OnePlus One rooten

Nach dem aktuellen OTA Update des OnePlus One musste ich mir meine root-Rechte wieder holen. Mein Vorgehen möchte ich in diesem knappen HowTo notieren.

Dieses HowTo ist vorwiegend als Gedächtnisstütze für mich selbst gedacht. In keinem Fall kann ich für die Richtigkeit und Vollständigkeit garantieren. Bitte macht Euch schlau, ob ihr Euer One wirklich rooten möchtet, welche Dinge ihr dabei bedenken solltet und insbesondere wie vertrauenswürdig ihr die Quellen der eingesetzten Tools und Images haltet.

Ausgangslage

  • ausreichend geladenes OnePlus One (CM11.0-XNPH38R, Android 4.4.4)
  • Linux-Rechner (Ubuntu GNOME, x86_64, 3.13.0-36-generic)
  • USB Kabel

Vorbereitungen am One

  • ggf. “Entwickleroptionen freischalten” (“Einstellungen” – “über das Telefon” – 7x auf “Build-Nummer” tippen)
  • “USB Debug” aktivieren (“Einstellungen” – “Entwickleroptionen” – Bei “Debugging” die Option “Android-Debugging” aktivieren)
  • Download von SuperSU (in meinem Fall Version 2.02)

Vorbereitungen am Rechner

  • Terminal öffnen und “root holen”
    sudo -s
  • Installation der Android-Tools (adb und fastboot)
    (bei Ubuntu seit 12.10 im “Universe“-Repository enthalten)

    apt-get install android-tools-adb android-tools-fastboot
  • Download des TWRP-Recovery Abbildes (in meinem Fall Version 2.8.0.1)

Und los gehts

  • One via USB mit dem Rechner verbinden
  • Status prüfen:
    adb devices
  • Es sollte nun Euer angeschlossenes Gerät als “device” gelistet sein:
    * daemon not running. starting it now on port XXXXX *
    * daemon started successfully *
    List of devices attached 
    XXXXXXXX         device
  • One in den Fastboot Mode versetzen:
    adb reboot-bootloader
  • Das One sollte in den Fastboot Mode booten.
  • Status prüfen, Euer One sollte dann aufegführt sein:
    fastboot devices
  • Den Bootloader freischalten:
    fastboot oem unlock
  • Da ich mein CyanogenMod Simple Recovery Abbild nicht überschreiben wollte, boote ich das TWRP Recovery Abbild mit folgendem Befehl temporär:
    fastboot boot /speicherort/zum/abbild/twrp.img
  • Alternativ könnt ihr das TWRP Recovery Abbild auch dauerhaft flashen:
    fastboot flash recovery /speicherort/zum/abbild/twrp.img
  • Das One bootet nun das TWRP Recovery Abbild
  • In dem bootenden Recover Modus über “Install” das .zip Archiv von SuperSU auf Eurem One auswählen und durch wischen den Installationsprozess anstoßen. Anschließend das One neu starten.

Einstellungen prüfen

  • SuperSU öffnen und Einstellungen prüfen
  • Option “CM-Root-Einstellungen beachten” deaktivieren

Quellen

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Anstand und Internet – Neuland für Oettinger

Die Europäische Union gewinnt mit Günther Oettinger einen neuen Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft.

Nun lieferte der Herr Kommissar gleich in seiner ersten Befragung einen Beleg dafür, warum es kaum eine schlechtere Besetzung hätte geben können.

Oettinger wörtlich:
“Wenn jemand so blöd ist und als Promi ein Nacktfoto von sich selbst macht und ins Netz stellt hat ers (sic!) nicht von uns zu erwarten das wir ihn schützen. Also vor Dummheit kann man die Menschen auch nicht, oder nur eingeschränkt bewahren.”

Oettinger bezieht sich hier auf die Übergriffe auf prominente Frauen. Private iCloud Speicher von prominenten Frauen wurden gehackt und deren private, nicht öffentlich “ins Netz gestellten” Fotos wurden über diverse für sexistische Verhaltensweisen bekannte Plattformen verbreitet.

Es ist bezeichnend, dass Oettinger in seiner Aussage nur in der männlichen Form von Opfern spricht, obwohl es sich doch im vorliegenden Fall um einen Übergriff auf weibliche Prominente handelte. (“ein Promi“, “ers“, “das wir ihn schützen“)

Zunächst verdreht Oettinger die Täter-Opfer-Rolle, indem er den durch sexuelle Übergriffe bloßgestellten Frauen die Verantwortung selbst in die Schuhe schiebt. Nicht etwa den Kriminellen, die ihre Opfer in aller Welt entblößten, nicht etwa Apple für die unzureichende Sicherung ihrer überteuerten Lifestyle-Produkte, nicht etwa den Strafverfolgungsbehörden die diesen Frauen nicht halfen oder all jenen, die genüßlich am Streisand-Effekt mitwirkten und diese Übergriffe damit noch befeuerten. Nein, für Oettinger sind die Frauen schuld.

Dies alleine disqualifiziert für mich die Person Oettinger bereits vollends.

Aber es kommt bei Herrn Oettinger leider noch schlimmer, denn mit dieser opfer- und frauenverachtenden Aussage offenbart er obendrein auch noch seine fachliche Inkompetenz.

Um welche Art von Daten ging es hier? Es ging um private, nichtöffentlich in einem Cloudspeicher abgelegte Daten. Also in etwa so etwas wie eine Email, gar eine DE-Mail. Oder eine Unternehmensdatenbank oder auch eine behördliche Datenbank. Jedenfalls also um Daten, die durch gesonderte Maßnahmen einem Zugriff Dritter nicht offenstehen (sollten), deren Verbreitung “im Netz” also nicht nur nicht intendiert war, sondern die darüber hinaus gesondert davor geschützt gewesen sind.

Folgt man also der Logik unseres Digital Kommissars, so sind alle staatlichen, wirtschaftlichen oder privaten Daten die “ins Netz gestellt” wurden vogelfrei. Also alle Daten von Rechnern, Routern und Cloudspeichern. Sei es die private Netzwerkfestplatte oder große Unternehmens- oder Behördendatenbank, eben alle Daten der ans Netz angeschlossenen Endgeräte. Sie sind demnach frei für jeden zugänglich und wer ein solches Gerät nutzt ist letztlich selber schuld wenn etwas verloren geht oder es zu Missbrauch kommt. Krankenversicherungshistorie abhanden gekommen? Pech gehabt! Meldedaten der Behörde futsch? Steuer- oder Bankdaten kopiert? Betriebsgeheminsse ausspioniert? Selber schuld! Vorratsdaten verloren gegangen? Warum stellt ihr auch alles ins Netz?

Na danke!

Es ist leider, insbesondere bei Behörden die noch heute teils Windows XP Rechner einsetzen oder Kommunikation mit gebrochener Verschlüsselung (DE-Mail) wirklich kein Wunder, wenn Daten an unbefugte Dritte gelangen. Doch sollte eben da nicht der Staat anfangen das Problem zu verstehen um es in den Griff zu bekommen?
Herr Oettinger jedenfalls scheint nicht den gringsten Hauch einer Vorstellung zu haben wovon er spricht. Darüber hinaus verhöhnt er die Opfer von sexuellen Übergriffen indem er Ihnen, nicht den Tätern, die Schuld für den Missbrauch unterjubelt.

Leider scheint neben dem Internet auch Anstand für Unionspolitiker Neuland zu sein.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Lobby-Kommissar nicht all zu viel Schaden anrichtet in seinem Amt, positive Impulse sind jedenfalls bei dieser offenkundigen Fehlbesetzung nicht zu erwarten.


Zum neuen Digital Kommissar möchte ich Euch noch folgende Links ans Herz legen:

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Ein Brief von Stephen Fry

Hin und wieder suche ich im Netz einen wunderschönen Brief den Steven Fry einer unter Depressionen leidenden jungen Frau schrieb. Wie ich finde ein sehr schöner Vergleich und an so manchen Tagen auch eine große Hilfe…

I’ve found that it’s of some help to think of one’s moods and feelings about the world as being similar to weather:
Here are some obvious things about the weather:

It’s real.
You can’t change it by wishing it away.
If it’s dark and rainy it really is dark and rainy and you can’t alter it.
It might be dark and rainy for two weeks in a row.

BUT

It will be sunny one day.

It isn’t under one’s control as to when the sun comes out, but come out it will.
One day.
It really is the same with one’s moods, I think. The wrong approach is to believe that they are illusions. They are real. Depression, anxiety, listlessness – these are as real as the weather – AND EQUALLY NOT UNDER ONE’S CONTROL. Not one’s fault.

BUT

They will pass: they really will.

In the same way that one has to accept the weather, so one has to accept how one feels about life sometimes. “Today’s a crap day,” is a perfectly realistic approach. It’s all about finding a kind of mental umbrella. “Hey-ho, it’s raining inside: it isn’t my fault and there’s nothing I can do about it, but sit it out. But the sun may well come out tomorrow and when it does, I shall take full advantage.”

via xchingx auf deviantART und lettersofnote.com

Bei der Gelegenheit möchte ich noch seine BBC Dokumentation “The Secret Life Of A Manic Depressive” empfehlen (Part 1; Part 2) sowie einen ganz besonderen Song an Stephen Fry von Molly Lewis. :)

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