- “Postprivacy-Wunderland“ von @sanczny
“tl;dr Rant darüber, wie die datenschutzkritische Spackeria privilegierte Dudes sind, und warum das zwar so sein muss, die Umsetzung aber dennoch massiv failt.“
- “Piratengedanken: In verschiedenen Welten” von Frank Cebulla
Frank fasst seine Erfahrungen aus einer Podiumsdiskussion zum Thema Drogenpolitik u.a. mit Vertretern der Jungen Union zusammen. Er arbeitet dabei wunderbar heraus wie absurd und in sich unschlüssig dieses konservative Welt- und Menschenbild doch sein kann. Mit welcher Vorliebe (nicht nur) Konservative an unschlüssigen, unsachlichen dogmatischen Vorstellungen verhaftet bleiben und dazu neigen können jegliche Realitäten auszublenden ist mir in zahlreichen ähnlichen Diskussionen schon oft aufgestoßen.
- ”Johannes Ponader, Abhängigkeiten und Machterhalt” von @Mitgezwitschert
Christoph macht sich Gedanken über Abhängigkeiten am Beispiel der “Causa” Johannes Ponader und kommt, wie ich nur unterstützen kann, zu dem Schluss der Notwendigkeit einer Art bedingungslosem Grundeinkommen und lädt die Leser zur Diskussion darüber ein, was wir bis zum Erreichen dieses Zieles tun sollten.
- Honorarstreit der Ärzte – Kehrt vor Eurer eigenen Tür! (nachdenkseiten.de)
Ein guter Artikel über die “Verteilungsprobleme” der Gelder innerhalb der Ärzteschaft. Das Problem muss dringend gelöst werden, auch und vor allem damit nicht weiter irgendwelcher Esoterik-Voodoo als “Zusatzleistung” von den Ärzten verschachert werden muss. Es ist aber Aufgabe der Ärzteschaft zunächst die eigenen Parasiten in die Schranken zu weisen. Wenn dann noch zu wenig Geld da ist kann man mal vernünftig darüber reden ob es nicht eine Erhöhung der Honorare geben könnte.
Ich empfehle dazu auch dringend den Kommentar von Volker Pispers!
- Machen Bio Produkte egoistisch? (SPEKTRUM & Uni Mannheim)
Aktuell veröffentlichen die dpa-Abschreiberedaktionen ja haufenweise Artikel über eine “Bio ist gar nicht (so viel) gesünder als konventionelle Lebensmittel”-Studie. Achso? Bioschokolade statt konventionellem Gemüse ist also doch nicht gesünder? Welch erschreckende Erkenntnis. Die Ergebnisse der Studie bieten doch nun wirklich keine Neuheiten, oder? Was mir in dem Zusammenhang aber auffällt ist ein egoistische Element. Denn kann es tatsächlich sein, dass es Biokunden gibt die sich ausschließlich aufgrund der vermeintlich gesünderen Produkte dafür entscheiden Bio zu kaufen? Und dabei fiel mir eine ältere Studie ein, die das Sozialverhalten von Menschen untersuchte die mit Bio- bzw. konventionellen Produkten konfrontiert wurden. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass es so etwas wie ein “Moralkonto” gibt. Konfrontiert mit Bioprodukten wird ein Plus auf diesem Konto gebucht und als Ausgleich kann man sich dann in anderen Bereichen auch gerne asozial verhalten. Ich fände ja spannend wenn es dazu weitergehende Untersuchungen geben würde. Diese Effekte sehe ich, zum Beispiel bei größeren Biomärkten in Potsdam, auch bestätigt. Einfach mal einen Blick auf die Parkplätze werfen. Denn wer Bio kauft und mit einem Porsche Cayenne oder einer ähnlich ineffizent asozialen Benzinschleuder vorfährt, beweist doch wunderbar wie scheißegal ihr/ihm Planet, Klima und Rohstoffknappheit sind. Aber zum Glück bieten die Bioprodukte ja einen passendes Ablasshandelsystem an. Ich habe den Eindruck gewonnen die Bio-Schiene ist auch zunehmend Teil eines Klassismus in diesem Land, den man auch als Klassenkampf von oben bezeichnen kann.

