NASA DVD “Ascend” mit beeindruckenden Bildern von Shuttle Starts

Zum Ende des Shuttle-Programmes der NASA gibt es eine DVD mit tollen Bildern aus allen (un)möglichen Winkeln eines Shuttle Starts.

Die DVD ist gemeinfrei und kann daher kostenlos verteilt werden, einen Download der kompletten DVD mit unterschiedlichen Audio-Kommentarspuren und weiteren Extras kann hier heruntergeladen werden.

Trailer

Das auf YouTube beliebte Video “Riding the Booster” ist ebenfalls in den Extras der DVD enthalten:

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Überall Verschwörungen…

Das Internet ist ein Quell des Wissens und dank der, jedenfalls noch¹ vorhandenen, Partizipationsmöglichkeiten findet sich auch zu fast jedem Themenbereich ein Portal, Blog oder Podcast mit Experten- oder Laienaufarbeitung bis in die Tiefe der gewünschten Materie.

Dies hat aber auch zur Folge, dass sich Legenden und Verschwörungen bis hin zu menschenverachtenden Ideologien natürlich auch dieses Mediums bedienen um sich zu verbreiten. Das kann mitunter sehr amüsant und auch ein gutes Training für den eigenen “Bullshitdetektor” skeptischer Geister sein, leider ist es mitunter aber auch traurig, erschütternd oder tragisch anzusehen auf welche Irrungen und Wirrungen sich manch ein Mensch einlässt und welche problematischen Weltbilder dabei, teils ungewollt und unerkannt, Verbreitung erfahren.

Im Folgenden möchte ich einige Portale, Wikis, Blogs und Podcasts empfehlen, auf die ich mehr oder weniger regelmäßig zurückgreife wenn ich mit einer mir unbekannten, potentiellen Verschwörung konfrontiert werde. Des weiteren werde ich einige Artikel empfehlen die aufzeigen warum es eben nicht immer harmlos ist irgendwelchen Verschwörungstheorien oder unwissenschaftlichen Erklärungen (oder “alternativen Heilmethoden”) anzuhängen. Selbstverständlich ist auch immer ein Blick in die Wikipedia (vor allem auch die englische, sowie die dazugehörigen Diskussionsseiten) ein guter Einstieg. Am wichtigsten ist, wie in wissenschaftlichen Arbeiten üblich, die Quellenarbeit. Seid skeptisch, wenn ihr eine einfache Lösung für komplexe Sachverhalte oder eine geheimnisvolle Verschwörung präsentiert bekommt.

Zur Recherche:

  • PSIRAM Wiki (mehrsprachlich, vorwiegend deutsch)
    Das PSIRAM Wiki, ehemals Esowatch, ist eine großartige Anlaufstelle mit zahlreichen durch, zumeist öffentlich einfach zugängliche, Quellen gefülltes Community erstelltes Wiki. Dort finden sich zu den meisten Vertreterinnen von irrationalen und unwissenschaftlichen Thesen sehr ausführliche Informationen. Es kommt selten vor, dass ich einer Verschwörungstheorie über den Weg laufe die ich dort nicht dokumentiert finde. Es ist vor allem sehr hilfreich die jeweiligen Vertreterinnen und ihre, zumeist wirtschaftlichen, Interessen hinter den von ihnen vertretenen Verschwörungen aufgezeigt zu bekommen. PSIRAM ist eine wahre Goldgrube und ich bin der skeptischen Community sehr dankbar für dieses umfangreiche Werkzeug.
  • Whats the harm? (englisch)
    Das Portal “Whats the harm” sammelt und dokumentiert vor allem Fälle von Scharlatanerie und unwissenschaftlichen (unwirksamen oder schädlichen) “alternativen Heilmethoden” und deren Folgen. Neben den Klassikern wie Homöopathie und Impfgegnerschaft werden auch problematische religiöse Riten oder diverse andere Pseudowissenschaften mit ihren Folgen an Hand der dokumentierten (Todes-)Fälle erfasst.
  • Debunking 9/11 (englisch)
    Eine schier unendlich sprudelnde Quelle für Verschwörungstheorien bieten die Anschläge vom 11. September auf die Vereinigten Staaten von Amerika. Ob nun die Fallgeschwindigkeit der einstürzenden Hochhäuser, vermeintlich vorgewarnter jüdischer Mitarbeiter aus dem World Trade Center oder zahlreiche andere Theorien, bzw. Elemente ihrer Argumentation werden hier kritisch untersucht und widerlegt.
  • Die Skeptiker – GWUP (@gwup, Blog, Skeptiker)
    Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften ist ein Verein von Skeptikern, welche sich der Aufklärung über und dem Debunking von unwissenschaftlichen Parawissenschaften widmen. Ob Homöopathie, Wünscherouten, Geistheiler oder Pendler, all diese, teilweise in Universitäten und Arztpraxen vorgedrungenen “alternativen Wissenschaften” werden von den Mitgliedern der GWUP auf ihren überprüfbaren Wahrheitsgehalt nach streng wissenschaftlichen Verfahren geprüft und aufbereitet. Auch Einflüsse von bspw. wirtschaftlichen Interessen in bestimmten Bereichen werden offen angesprochen um erklären zu können warum bspw. unwissenschaftliche Heilmethoden immer mehr Einzug in unser Gesundheitssystem erhalten.
  • SciLogs (@scilogs)
    Hier bloggen Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachbereiche über ihren wissenschaftlichen Alltag, populärwissenschaftliche Missverständnisse oder popkulturelle Dinge und deren wissenschaftliche Einordnung. Dir deutschen Blogs werden präsentiert von der Zeitschrift “SPEKTRUM der Wissenschaft”, es gibt auch einen englischsprachigen Ableger der SciLogs in Zusammenarbeit mit nature.com.
  • Science Blogs
    Auch bei den ScienceBlogs bloggen Wissenschaftler direkt zu ihren Forschungsbereichen. Auch von den ScienceBlogs gibt es eine internationale, englischsprachige Variante. Ein besonderes Highlight ist das Blog von Florian Freistetter, einem Astronomen aus Jena, der sich auch immer wieder zu schlechter Wissenschaftsdarstellung in den Medien oder Verschwörungstheorien und Weltuntergangsprophezeiungen äußert. Sein Blog läuft im Rahmen der ScienceBlogs unter dem Titel Astrodicticum simplex.

Vorträge:

  • Sebastian Bartoschek (@Illuminatus23, Website)
    Der Journalist, Diplom-Psychologe und diskordische Podcaster hat zum Thema Verschwörungstheorien promoviert und im Rahmen einer GWUP-Veranstaltung den Vortrag “Verschwörungstheorien im Unperfekthaus” über die Verbreitung von Verschwörungstheorien gehalten.
  • Johannes Baldauf und Anna Groß (@no_nazi_net, Website)
    Ein weiterer, sehr sehenswerter Vortrag, wurde im Rahmen der re:publica 2013 gehalten. Unter dem Titel “Debunking conspiracy theories” klären die beiden Vortragenden über die rechtsextremen und antisemitischen Hintergründe zahlreicher Verschwörungstheorien auf und raten zu einer offensiven Auseinandersetzung und sachlichen Begegnung und Wiederlegung solcher Theorien.

Podcasts:

  • Hoaxilla (@hoaxilla)
    Hoaxilla ist der deutsche Podcast über Moderne Sagen und Verschwörungstheorien aus dem Blickwinkel von Skeptikern. Hoaxmistress Alexa (@Blacksweettoy) und Hoaxmaster Alexander (@AlexHoaxmaster) haben bereits in über 130 Episoden zahlreiche urban legends unter die Lupe genommen und Mythen mit überprüfbaren Fakten abgeglichen und so manchen Hokuspokus entzaubert. Immer wiede rspannend, sehr unterhaltsam und einfach großartig vorgetragen. Ein absolutes Podcast Highlight.
  • Skeptoid (@briandunning)
    Mit fast 400 Episoden ist Skeptoid, in englischer Sprache, der umfangreichste mir bekannte Podcast zur skeptischen Untersuchung von urban legends und Modernen Sagen. In etwas kompakterer Form als Hoaxilla stellt Brian Dunning die unterschiedlichsten Mythen vor und erklärt verständlich was es tatsächlich mit den ganzen Verschwörungen auf sich hat. Ein sehr lohnenswerter Podcast, dort habe ich über viele, mir bis dato unbekannte Verschwörungen und Mythen gelernt. Auch immer wieder schön: In regelmäßigen Abständen bringt Brian Dunning Korrekturfolgen oder Auseinandersetzungen mit Leserpost. Das schöne am skeptischen Denken ist es ja, dass Wissenschaft sich an neuen Erkenntnissen orientiert, statt sich wie Parawissenschaften und Verschwörungstheorien dem Erkenntnisgewinn verschließend am Dogma festklammert.
  • Psychotalk (@Psych0talk)
    Drei Diplom-Psychologen Hoaxmaster Alexander (@AlexHoaxmaster), Sebastian Bartoschek (@Illuminatus23) und Sven Rudloff (@SvenRudloff) betrachten die Welt aus skeptischer und psychologischer Sicht. Die Themen variieren sehr stark, schaut einfach mal im Archiv vorbei. Neben dem Kernteam kommen hin und wieder auch Gäste zu Wort.
  • Skeptoskop (@skeptoskop)
    Der Podcast, der in die GWUP hineinhorcht. Hoaxmaster Alexander (@AlexHoaxmaster) vom großartigen Hoaxilla Podcast führt Interviews mit besonders aktiven Mitgliedern der GWUP und stellt deren Motivationen, sich für wissenschaftliches Denken stark zu machen, sowie deren Aktivitäten innerhalb und außerhalb der GWUP vor. Bisher ist es dem Hoaxmaster jedoch nicht gelungen die wahren “Hintermänner” der GWUP zu enttarnen, weder die “Pharammafia”, die “internationale Hochfinanz”, “Illuminaten” oder “Bilderberger” konnten als geheime Förderer und Lenker der GWUP-Verschwörung enttarnt werden. :D
  • CRE: Technik, Kultur und Gesellschaft (@me_cre)
    CRE ist quasi die Urmutter aller Podcasts vom großen Tim Pritlove (@timpritlove). Erwachsen ist CRE aus dem vom Berliner Radiosender Fritz! und dem Chaos Computer Club gesendeten Chaos Radio. Tim Pritlove interviewt regelmäßig spannende Gäste, die in einem wissenschaftlichen, gesellschaftlichen oder kulturellen Thema über große Erfahrung und Fachwissen verfügen und so bekommen die Hörerinnen einen tieferen Einblick in die behandelten Themen. Mit einem Archiv von über 200 Folgen zu unterschiedlichsten Themen bietet CRE für jeden Podcast-Neuling ein sehr breites Angebot an hoch interessanten Folgen. Ein Blick ins Archiv lohnt sich. Bei der Gelegenheit sei noch kurz auf die anderen großen Podcasts von Tim verwiesen, klickt Euch einfach mal durch.

Solltet ihr noch gute Anlaufstellen für Informationen oder Aufklärung über Verschwörungstheorien kennen, ab in die Kommentare damit! Ich freue mich immer über neue Informationsquellen.

Abschließend sei Euch noch dieses Aufklärungsvideo über eine echte Verschwörung ans Herz gelegt:

Luke’s Change: an Inside Job from Graham Putnam on Vimeo.

 

¹ Dieser Kampf wird u.a. bei netzpolitik.org oder piratenpartei.de begleitet.

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Freifunk und die Störerhaftung

In den letzten Tagen traf ich wiederholt auf ein Blogpost, in welchem über den Sieg eines Freifunkers in einem Abmahnfall berichtet wurde.

Der Sachverhalt

Ein Freifunker stellte seinen Internetzugang dem offenen und jedem zugänglichen Freifunk-Netz zur Verfügung. Damit ermöglicht er es Dritten über seinen Internetzugang, via Freifunk-Zugangsknoten, zu surfen. In der Folge erhielt der Freifunker eine Abmahnung, in welcher ihm vorgeworfen wurde ein urheberrechtlich geschütztes Werk in einer P2P-Tauschbörse (im vorliegenden Fall via BitTorrent) angeboten zu haben. Auf diese Abmahnung reagierte der Rechtsbeistand des Freifunkers mit einem Hinweis auf seine Abwesenheit zum vorgeworfenen Tatzeitpunkt sowie seinen Vorkehrungen die er traf um P2P-Verbindungen (via ZAPP-Script) auf dem Freifunk-Router zu blockieren. Interessanterweise bezog sich die Antwort nicht auf das Providerprivileg, welches potentiell auch für Freifunk-Zugänge im Raum stehen sollte. Die abmahnende Partei zog daraufhin ihre Forderungen zurück und der Fall war damit abgeschlossen.

Ein “Sieg gegen die Abmahnindustrie”?

In meiner Filterblase habe ich nun stets von einem “Sieg eines Freifunkers über die Abmahnindustrie” gelesen. Das halte ich aber aus diversen Gründen für fraglich, denn dieser Fall lässt sich leider nicht ohne weiteres auf andere, auf den ersten Blick vergleichbare Fälle, übertragen.

Zunächst gibt es im genannten Fall keine Gerichtsentscheidung, die abmahnende Kanzlei hat hier von sich aus ihre Ansprüche zurückgezogen, weshalb es keine zitierfähige Quelle für künftige ähnlich gelagerte Verfahren gibt.
Des Weiteren hätte sich die abmahnende Partei durchaus auf die Position zurückziehen können, dass die Argumentation nicht ausreicht um die erhobenen Vorwürfe zu entkräften. Denn zum einen ist eine physische Anwesenheit des Anschlussinhabers zur Nutzung seines Heim-Internetanschlusses nicht notwendig (VPN, ssh oder andere Fernwartungstools), und zum anderen könnte sie sich weiterhin auf die Störerhaftung berufen, da ohne Logfiles des Freifunk-Routers (welche bspw. die geblockten Verbindungen belegen könnten), nicht bewiesen wurde, dass der fragliche Verbindungsaufbau zum P2P-Netzwerk tatsächlich über das Freifunk-Netz zu Stande kam, oder nicht doch durch das private Netz des Anschlussinhabers.

Zwar wurde das Providerprivileg seitens der abgemahnten Partei nicht ins Feld geführt, jedoch ist jedenfalls fraglich ob sich zum einen das Providerprivileg auch auf Unterlassungsansprüche bezieht und zum anderen ist höchst umstritten, ob und in welchem Umfang das Providerprivileg überhaupt auch Privatpersonen bzw. Freifunkern zu Gute kommen kann. Dazu sind bspw. auch die Erwiderungen anderer Abmahnkanzleien von Interesse, welche die eingebrachten Einwände, analog des beschriebenen Falles, nicht akzeptierten.

Fazit

Letztlich hat sich die unsichere Rechtslage für Freifunkerinnen leider nicht geändert. Es bleibt abzuwarten wie in einer solchen Fallkonstellation die Gerichte unterschiedlicher Instanzen dazu urteilen werden. Einzig die Sorge der Abmahnkanzleien, ein potentiell für ihre Argumentation negatives Urteil zu kassieren, könnte ein Hoffnungsschimmer für abgemahnte Freifunker darstellen und sie im Einzelfall vor einer weiteren Verfolgung solcher oder ähnlicher Ansprüche befreien. Letztlich ist der Verdacht, dass es sich bei der ganzen Abmahnerei um ein “Ausweichgeschäft” der Content-Anbieter handelt nicht von der Hand zu weisen und da wäre es aus Sicht der Abmahner durchaus eine plausible Rechnung einzelne Freifunker-Fälle fallen zu lassen um im ansonsten sehr erträglichen Geschäft keine potentiellen Stolpersteine in Form von Präzedenzfällen zu schaffen.

Den kompletten Briefwechsel der abmahnenden Kanzlei und des Freifunkers könnt ihr hier nachlesen.

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